Gozo 2012

Reisebericht Tauch-Urlaub Gozo/(Malta) 26.3.-2.4.2012

Die Insel Gozo liegt im Nordwesten von Malta und wird auch liebevoll „die kleine Schwester von Malta“ genannt. Sie ist im Gegensatz zu Malta eher ruhig und fast schon verträumt, aber trotz ihrer geringen Größe (ca. 30.000 Einwohner verteilt auf 7 x 14 km) hat Gozo sehr viel zu bieten – über und unter Wasser.

Nach einem rund 2,5 stündigen Flug mit Lufthansa landete die Maschine in Malta am Airport Valetta. Mit dem Sammeltaxi hieß es dann aber quer über die Insel in den Norden zur Fähre gefahren zu werden, die uns zwölf Urlauber in einer 30minütigen Fahrt nach Gozo übersetzte. Und auch dann musste wieder der Service eines Sammeltaxis in Anspruch genommen werden. Die Fahrt führte die neugierigen Taucher in den Norden der Insel: Im kleinen Hafenort Marsalforn erwartete uns das Hotel CALYPSO. Dieses gute Hotel bot der Gruppe Frühstücksbuffet und abends Auswahlmenus an. Von der riesigen Dachterrasse mit Bar im 6.Stock konnte man die gesamte Meeresbucht überschauen.

Nach kleinen Erkundigungs- und Einkaufstouren im überschaubaren Ort wurden die Formalitäten für die bevorstehenden Tauchgänge geklärt. Die Tauchbasis „Nautic Team“ wird unter deutscher Leitung geführt und zählt zu den beliebtesten und fotografenfreundlichsten Tauchbasen des Mittelmeeres. Siehe (www.nauticteam.com).

Gozo bietet den Unterwasser-Reisenden eine Vielzahl an Angeboten: rund um die Insel gibt es sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Taucher herrliche Tauchgebiete und auch zwischen Gozo und Malta selbst liegen mehrere Wracks in zum Teil gut erreichbareren Wassertiefen. Die „Karwela“ (ein ehemaliges Passagierboot) wurde neben einem weiteren ausgedienten Passagierfrachter im Süden der Insel an der „Red Coast“ (auch „Xatt-L’Ahmar“ genannt) 2006 versenkt. Die Karwela ist ungefähr 50 m lang, knapp 9 m breit und liegt nun auf 39 m Tiefe.

Das sogenannte „Azur Window“ ist das mit Abstand am meisten fotografierte Felsgebilde, welches wie ein „Steinernes Fenster ins Blaue“ wirkt. Unterhalb dessen bieten sich den Tauchern mehrere Tauchgebiete an: das „Blue Hole“ (auch liebevoll „Kochtopf“ genannt, da bei stärkerer Brandung das Wasser und auch die Taucher wie in einem Kochtopf hochgedrückt werden) erfordert aufgrund der längeren Wegstrecke vom Parkplatz bis zum Einstieg eine gewisse körperliche Kondition. Taucht man durch das Blue Hole ein, kommt man auch gut zum „Coral Garden“, welcher mit wunderschönem Bewuchs und Höhlen viele tolle Eindrücke hinterlässt. Folgende weitere Tauchgebiete wurden von den Tauchclub-Mitgliedern betaucht: Reqqa Point, Mgarr ix-Xini, Dwejra Point (Azur Window, Blue Hole, Coral Cave) und Inland Sea am Dwejra Point.

Einzig die Wassertemperatur ließ so manchen Schauer über die neoprenbedeckte Haut laufen. Doch die bereits im März recht starke Sonneneinstrahlung wärmte auch die unterkühltesten Gemüter schnell wieder auf.

Das schöne und angenehm sonnige Wetter lud aufgrund des kalten Meerwassers eher zum Sonnenbaden ein und auch diverse Ausflüge boten uns regenfreie und klare Sichten zu den Sehenswürdigkeiten der Insel. Die Hauptstadt von Gozo heißt Victoria und liegt zentral in der Mitte. Hier führen alle Straßen der Insel zusammen und man erreicht bequem per Bus alle sehenswerten Ausflugsziele. Verschiedene Busanbieter fahren die Urlauber auch quer über die Insel, diese Tour dauert rund 3,5 Stunden und bietet herrliche Einblicke und Eindrücke der Insel.

Victoria selbst hat im Stadtkern eine alte Festung, die so genannte Zitadelle. Diese liegt einige Meter über der Stadt und diente in den vergangenen Jahrhunderten als Zufluchtsort bei Überfällen und Raubzügen. Aber auch die Stadt selbst lässt in den Besuchern das Gefühl aufkommen, als würde man sich mehrere hundert Jahre zurück versetzt vorkommen: kleine Sträßchen, verschachtelte Wege und verträumte Häuser mit steinernen Balkonen in stillen Ecken lassen nicht erahnen, dass man sich eigentlich in der Hauptstadt der Insel befindet.

Eine weitere Sehenswürdigkeit der Insel ist die Wallfahrtskirche „Ta Pinu“, in der gläubige Inselbewohner Dankes-Bilder und Erinnerungsstücke aushängen lassen, die als Zeichen der Erhörung und Erfüllung ihrer Gebete dienen. Andere Besichtigungstouren führten nach „Xlendi Bay“ (idyllischer, malerischer kleiner Hafen), „Xewkija“ (kleiner Ort mit der drittgrößten Kuppelkirche Europas und einem wunderschönen Museum in einer stillgelegten Windmühle), „Xaghra“ (im 19. Jahrhundert ausgegrabene Tempelanlage aus dem 4. Jahrtausend vor Christi) und „Mgarr“, der Hafen und Fähranlegestelle von Gozo. Weitere Informationen gibt es im Internet.

Im Norden der Insel findet man den einzigen Sandstrand: „Ramla Bay“. Da die Insel überwiegend steinig und zerklüftet ist, haben hier die Urlauber die Möglichkeit, durch weichen Sand ins Meer zu gelangen. Oberhalb des Strandes befindet sich „Calypso‘s Cave“, eine sehr enge Höhle im Felsen. In der Geschichte Gozos soll dort die Göttin Calypso gelebt und sieben Jahre lang Odysseus in ihren Liebes-Bann gezogen haben. Dieser war so verzaubert, dass er dachte, es seien nur sieben Tage – wie schnell die Zeit vergeht.

Am Freitag war Gruppentag: Taucher und Nichttaucher charterten über die Tauchbasis einen Kleinbus für eine ganztägige Inselrundfahrt zu o.g. Sehenswürdigkeiten. Nach einer Wein- und Olivenöl-Probe im Gut „Ta‘ Mena“ beschlossen wir den Abend mit einem Essen in einem mittelalterlichen Restaurant in der Zitadelle von Victoria.

So vergingen auch die acht Tage des Tauchurlaubes sehr schnell, so dass es bald zurück in die Heimat ging. Manch einer der Reisenden verabschiedete sich von der Insel mit den Worten: „…vielleicht sehen wir uns bald mal wieder!“ Denn auch nach acht Tagen hat man nicht alles gesehen, was sehenswert erscheint – ob über oder unter Wasser: Gozo ist eine Reise wert!

Terminplan:

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