Jugendwochenende Geislitz

Bericht des Jugendwochendes in Geislitz vom 14. bis 16. März 2014

16: 30 Uhr auf dem Parkdeck am Wasserturm in Kahl. Endlich ist es soweit. Die Jugendlichen des Tauchclub Kahl stehen zum ersten Theorieseminar bereit. Es steht viel auf dem Plan und noch ist sich keiner der Teilnehmer über die bevorstehende „Lernkurve“ bewusst. (Ist auch besser so!). Schnell sind alle auf die bereitstehenden Autos verteilt (Vielen Dank an alle die fahren wollten!!) und wir fahren los in die Jugendherberge Linsengericht bei Gelnhausen.

Dort angekommen werden wir sehr freundlich von den Herbergseltern erwartet. Die Zimmeraufteilung erledigt sich von selbst und auch das beziehen der Betten stellt für die angehenden Taucher keine Herausforderung dar. Wie schön, so hat das Orgateam genug Zeit den Seminarraum vorzubereiten. Beamer, Leinwand, Tische und Stühle werden so gestellt, dass sich jeder wie in einem Klassenraum fühlen darf. Es soll ja viel gelernt und gelehrt werden, da sollte das Ambiente schon stimmig sein ;-).

Um 18:00 Uhr treffen wir uns alle zum Abendessen im Speisesaal. Es gibt Würstchen mit Pommes und Salat. Dieser kulinarische Hochgenuss kommt leider nicht bei allen an, aber hungern muss an diesem Abend keiner, da noch genug „Vorräte“ von zuhause in den Schatzkammern der Zimmer auf „Vernichtung „ warten.

19:00 Uhr es ist soweit. Mit einer herzlichen Begrüßung beginnt der „Lernmarathon“. Auf dem Programm stehen 2 Stunden Unterricht zum Thema Tauchausrüstung. David legt los und unsere Schüler folgen ihm aufmerksam. Hier zeigt sich sehr schnell, dass im letzten Jahr im Theorieunterricht einiges an „Stoff“ hängengeblieben ist und so wird diskutiert, argumentiert und Wissen durch lautes Schnippen der Finger in den Raum geworfen. Nicht das jetzt der Eindruck entsteht hier ginge es drunter und drüber. Nein! Aufmerksam, wissbegierig und konstruktiv mitteilend werden die Themen abgearbeitet. Kolben- und Membrangesteuerte Atemregler bildlich zerlegt und wieder zusammengesetzt. Herrlich! Da macht Lehrer-sein Spaß.

21:00 Uhr ist Schluss und alle haben sich Erholung verdient. In den Zimmern wird noch ein wenig gespielt oder Musik gehört, bis es um 23:00 Uhr heißt:„Gute Nacht und schlaft recht schön“.

Samstag 07:30 Uhr: „Guten Morgen, aufstehen uns erwartet ein Tag voller Taucherlatein von Physik bis Medizin“. Wie? Was? Oh nein Physik, das kann ich gar nicht. Alles Wehklagen hilft nicht. Um in Neptuns Reich den Überblick zu behalten müssen Boyl Mariotte, Henry, Dalton und alle anderen namhaften Physiker unseren Tauchlehrlingen bekannt gemacht werden.

Aber erst mal ganz in Ruhe frühstücken und Zähne putzen bevor um 09:00 Uhr der Unterricht beginnt.

Nachdem die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln erledigt ist, beginnt die Grundversorgung unseres Gehirns mit weiteren interessanten Themenblöcken. Was ist Druck? Wieviel bar herrschen auf 10m Wassertiefe? Was bedeutet Partialdruck? Und ist die Erde eine Scheibe?;-). Auch hier merken wir wieder sehr schnell,dass wir gut vorgearbeitet haben und aus dem letzten Jahr das eine oder andere Wissen mitgenommen wurde. Bis zum Mittagessen um 12 Uhr gibt es nur noch „Physikalische- Schallwellen“ im Raum. Ein, zwei Kurzpausen lässt Dominik zu, aber mehr ist nicht drin.

Das Mittagessen an diesem Tag kann mehr teilnehmenden Geschmacksnerven ein lächeln entlocken. Frikadellen mit Kartoffelpüree und Bohnensalat sind der
absolute „Bringer“! Wer möchte da mit Mac und Co tauschen?!?.

Bis um 14 Uhr ist Pause und die wird von allen Schülern gerne angenommen. Schuhe werden geschnürt und das Gelände um die Jugendherberge erkundet. Was wünscht man sich als Ausbilder mehr als eine Gruppe die sich völlig selbstständig ihre Freizeit organisiert. Wir sind alle erstaunt und trinken gemütlich ein Käffchen.

Nachdem um 14 Uhr alle wieder ihren Platz gefunden haben, widmet sich Jocki dem Thema Sehen, Hören und Licht. Wie war das noch mit dem Sehen unter Wasser? Man sieht alles 1/3 größer und 1/4 näher und der Schall? Ist wesentlich schneller unter Wasser als an Luft, so dass wir Schallquellen schlecht orten können. Und das Licht und seine Spektralfarben? Zuerst verschwindet rot, dann orange, gelb, grün und zum Schluss blau. So haben alle die unseren Bericht lesen, auch was gelernt.

Nun steht Medizin auf dem Programm. Von Barotrauma bis HLW, von Dekompressionserkrankung bis Arterieller Gasembolie, Hyperventilieren und Schwimmbad-Blackout und nicht zu vergessen der Wasser- Nase Reflex. Oh je, oh je die Armen! So langsam hat auch der letzte Teilnehmer festgestellt, dass er sich nicht auf einer Kuschelfahrt befindet, sondern ernsthaft gearbeitet wird. Und das Schöne daran, alle sind weiter fleißig und geben wirklich alles. Hier und da mal ein gähnen, hier und da mal den Kopf aufgestützt, aber nie unruhig oder unaufmerksam. Vielen Dank an Euch ihr seid einfach „Die Besten“.

17:45 Uhr Abendessen. Zur Freude aller Beteiligten stehen Chicken Mac Nuggets bereit. Daneben gibt es noch Brot, Wurst…..Da lässt sich keiner lange bitten und hält sein Tellerchen schön brav hin, um auch ja genug zu bekommen. Aber auch an diesem Tag ist an ein Ende der „Lernqualen“ noch nicht zu denken. Um wirklich den geforderten Stoff für die Prüfung durchzupauken, müssen alle noch mal ran. So steht am Ende dieses Tages noch HLW und die Rettungskette auf dem Programm. Oft genug im Hallenbadtraining geübt und auch die Theorie immer wieder angesprochen, so ist das Wissen der 30 Druckmassagen zu 2 Beatmungen und die 5 W-Fragen (Wo, Was Wie viele, Welche Verletzung, Warten) schnell geklärt und der versprochene Film kann über den Beamer schnell ein Kino aus dem Lehrsaal machen. Nicht alle wollten den Film sehen und so konnte man an diesem Abend noch das ein oder andere spannende Tischtennismatch an der Platte bewundern.

Um 23 Uhr war dann auch der Letzte restlos bedient und verabschiedete sich zur Nachtruhe.

Letzter Tag im schönen Linsengericht. Besonders eilig hatten es an diesem Morgen unsere Mädchen. Oder weshalb seid ihr schon um 6 Uhr aufgestanden? Ihr konntet es bestimmt nicht erwarten unseren nächsten Referenten Alex zu hören“. Hat er ja auch großartig gemacht. Die Frage, die man sich nun zwangsläufig stellt ist: „Was hat er den nun unterrichtet?“ Um in Neptuns Reich als Besucher sicher zu tauchen, gehört es sich diesen auch ordentlich zu planen. Luftverbrauch berechnen, Tauchprofil erstellen, ein ordentliches Briefing zu halten und die richtigen Dekostops, auf der richtigen Tiefe durchzuführen. Wenn alle diese Dinge berücksichtigt sind und noch das ein oder andere mehr, wie Umwelt und Verbandsregeln, dann sind wir gerngesehene „Gäste“ in Neptuns Reich und er heißt uns immer willkommen. Bei den Berechnungen gab es die eine oder andere Hürde zu meistern, doch im TC Kahl weiß nun jeder ab 11 Jahren wie er seinen Luftverbrauch für eine bestimmte Zeit auf einer bestimmten Tiefe berechnen kann. Ich denke da kann so mancher einem erfahrenen Taucher gern unter die Arme greifen ;-).

Nach ausreichendem input und ordentlich aufgeräumten Zimmern, durften wir noch ein letztes Essen im Speisesaal einnehmen, um uns um 13 Uhr zu verabschieden.

Wir möchten uns ganz herzlich bei Euch bedanken. Ihr seid ein super Team mit dem man gerne auf Fahrt geht. Habt vertrauen in Euch und Euer Wissen. Ihr habt alles was ihr braucht, um die Prüfung locker zu schaffen.

Ich möchte mich hier noch ausdrücklich bedanken:

Bei Jocki, der uns wie immer, durch seine lockere und fröhliche Art, Wissen vermittelt hat, ohne das es langweilig wurde.

Bei David, der als Ausrüstungs- und Umweltexperte geglänzt hat

Bei Dominik als Mr. Einstein und die Welten der Physik

Bei Alex, der die Eintrittskarte in Neptuns Reich durch die Luftverbrauchsberechnung gelöst hat

Und zuletzt bei Hans, ohne dessen Hintergrundarbeit kein Geld geflossen wäre und wir nicht zur Jugendherberge hätten starten können.

Viele Dank

Matthias Landwehr

Terminplan:

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